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Selbstfürsorge


1. Woche:

TSSSCHH… der Zug hält am Bahnhof Kreiensen an und ich steige schwer bepackt mit Rucksack und Gitarre aus. Es ist heiß. Die Luft flimmert. Ich bereue, dass ich mich am Morgen für eine lange Hose entschieden habe. Seufzend schultere ich mein Gepäck, als auch die Gitarre und laufe los Richtung Greene. Richtung Funkenhaus.

Auf dem Weg schwirren mir 1000 Fragen durch den Kopf und mein Bauch fühlt sich vor Nervosität ganz kribbelig an. Was wird alles auf mich zukommen? Wie werde ich mich im Funkenhaus einleben? Werden die anderen Menschen nett sein? Werde ich akzeptiert, wie ich bin?

Am Tor des Funkenhauses werde ich von Alma in Empfang genommen. Nach der Begrüßungszeremonie gehe ich den Garten, wo schon weitere der 9 Menschen sitzen, die mit mir das Freiwillige Freie Jahr durchleben werden. Ich setze mich zu ihnen und bin ganz eingenommen von der aufregenden Situation.

Alles ist neu. Die Umgebung, die Menschen, das Haus, der Umgang miteinander. Und ich mittendrin.

Selbstfürsorge ist das zentrale Thema der ersten Woche. Selbstfürsorge? Hmm…Ich bewege das Wort in meinem Kopf… Selbstfürsorge- Ich Selbst Sorge Für mich. Bewusst habe ich mich eigentlich noch nie mit diesem Thema auseinandergesetzt. Erkenne ich meine eigenen Bedürfnisse eigentlich an? Kann ich meine Gefühle transparent kommunizieren? Ich merke, was für ein großes Lernfeld sich erschließt und bin neugierig auf die Methoden, wie Circling, die wir mit Alma kennenlernen.

Zur Selbstfürsorge gehört auch, die unterschiedlichen Herausforderungen, die sich mir stellen, zu erkennen. In vielen Situationen muss ich mutig sein, über meinen Schatten springen und es fühlt sich fast an, als würde ich mit einem inneren Drachen kämpfen. Zweifel kommen hoch – was will ich eigentlich hier? Und was wollen die anderen Menschen?

Im Dragon Dreaming stellen wir uns gemeinsam den Drachen und erträumen uns das „perfekte“ Freiwillige Freie Jahr. Jeder Traum hat Raum, auch wenn sie widersprüchlich erscheinen. Wir stellen uns vor, dass wir im Januar auf unsere Zeit zurückblicken und träumen…

… Wir sind alle über uns hinausgewachsen und sind nun in unserer wahren Größe…

… Wir haben zusammen Kreativität erlebt…

… Wir hatten den Mut, uns so richtig zu streiten und sind trotzdem verbunden geblieben…

… Wir hatten so richtig verrückte Aktionen zusammen …

… Wir haben schöne Feste gefeiert…

Während ich im Bett liege klingt dieser große gemeinsame Traum in mir nach. Ich male mir aus, was wir alles gemeinsam erfüllen werden und wie viel wir in den nächsten Wochen erleben werden. In meinem Bauch kribbelt es, aber dieses Mal nicht aus Nervosität, sondern voller Vorfreude auf die nächsten Monate.

Blog und Eintrag wurden mit ganz viel Liebe, Eifer, Geduld und vielleicht etwas (veganen) Süßigkeiten für dich erstellt!

Begleitende Motive

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