Nachhaltiger Aktivismus


2. Woche:

Nachdem wir uns als Gruppen kennengelernt und uns mit Selbstfürsorge beschäftigt haben, stand unsere zweite Woche im Funkenhaus unter dem Thema „Nachhaltiger Aktivismus“.

Dafür waren zwei großartige Referent*innen bei uns: Lila hat uns mit ihrem Workshop „Aktivistisch sein und bleiben“ zwei Tage lang durch die Fragen geführt, was Aktivismus eigentlich bedeutet, warum so viele Menschen nur eine kurze Zeit ihres Lebens politisch aktiv sind und was sie unterstützen kann, langfristig dabei zu bleiben. Wir haben gelernt, dass Aktivismus nicht nur bedeutet, auf Kohlebagger zu klettern oder sich an Schienen anzuketten, sondern dass dahinter auch ganz viele unterstützende und organisierende Tätigkeiten notwendig sind und dass die Motivation, an sich persönlich zu arbeiten und gemeinsam gegen gesellschaftliche Unterdrückung zu kämpfen entscheidend ist. Wir haben das Konzept des „nachhaltigen Aktivismus“ kennengelernt, das sich die Frage stellt, wie Menschen und politische Gruppen langfristig handlungs- und widerstandsfähig bleiben. Da Stress und belastende Ereignisse für Aktivist*innen keine Seltenheit sind, haben wir uns auch mit psychologischen Grundlagen beschäftigt und Strategien entwickelt, wie wir in verschiedenen Situationen gut für uns und andere sorgen können. Besonders hilfreich war der Überblick darüber, wie viele Unterstützungsstrukturen es auf den verschiedensten Ebenen (rechtlich, emotional etc.) schon gibt, auf die mensch zurückgreifen kann.

Insgesamt waren die beiden Workshoptage mit Lila sehr bereichernd und haben eine sinnvolle Verbindung zwischen den Themen Selbstfürsorge und Weltfürsorge geschaffen und gezeigt, wie beides ineinander greifen muss, um Gesellschaft zu verändern.

Am Donnerstag war Simon bei uns zu Besuch und ist mit seinem Workshop zu „Utopie und Transformation“ nochmal mehr auf die Fragen eingegangen, was wir eigentlich an dieser Gesellschaft kritisieren, wohin wir wollen und wie wir dahin kommen. Nachdem wir gemeinsam die Grundlagen von Marx‘ Kapitalismusanalyse erarbeitet haben, konnten wir uns unsere eigene Utopie ausmalen. Wir haben gelernt, welches Menschen- und Gesellschaftsbild die Utopie des „Commonismus“ voraussetzt und wie Strukturen aussehen können, die Menschen ein kooperatives Verhalten nahelegen. Im dritten Teil des Workshops haben wir darüber diskutiert, wie der Weg zur befreiten Gesellschaft aussehen kann und warum individualistische Verhaltensänderungen nicht ausreichen. In sogenannten Commons werden neue Formen der Verfügung über unserer Lebensbedingungen in begrenzter Form erprobt. Wir haben uns gefragt, wie diese auf kollektiver Verfügung und Freiwilligkeit beruhenden Formen aus den Nischen herauskommen und sich gesellschaftlich verallgemeinern können. Funktioniert eine friedliche Ausdehnung solcher „Utopie-Räume“ oder braucht es Krisen oder soziale Bewegungen dafür?

Vielen Dank an Lila und Simon für die bereichernden Workshops!

Nach so viel theoretischem Input und politischen Diskussionen ist jetzt aber mal die Praxis dran: Am Montag trampen wir gemeinsam zum Klimacamp ins Rheinland und werden selbst aktiv.

Blog und Eintrag wurden mit ganz viel Liebe, Eifer, Geduld und vielleicht etwas (veganen) Süßigkeiten für dich erstellt!

Begleitende Motive

tauschlogikfrei

vegan

solidarisch

ökologisch

drogenfrei

de_DEDeutsch
en_GBEnglish (UK) de_DEDeutsch