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Klimacamp Rheinland


3. Woche:

Im Funkenhaus hatten wir nun genug Selbstfürsorge-Energie getankt, diese Energie wollten wir nun durch unser Aktivwerden in die Welt tragen. Deswegen trampten wir gemeinsam zum Klimacamp im Rheinland. In der Nähe des Camps mussten schon viele Dörfer und Naturflächen für den Braunkohleabbau weichen. Wir wollten durch die Teilnahme am Klimacamp ein Zeichen dagegen setzen und zeigen, dass uns die Natur und das Klima am Herzen liegen.

Im Klimacamp konnten wir aus einem bunten Programm auswählen. Es gab Workshops zu Themen des äußeren Wandels wie „die Zapatistas“, Klassismus, Transformation uvw., aber auch der innere Wandel war vertreten. So nahmen wir zum Beispiel auch an einer Shiatsu- Massage teil und achteten innerhalb der Gruppe durch Circling und regelmäßige Treffen gut aufeinander. Manche von uns nutzten die Zeit im Klimacamp, um an Aktionen teilzunehmen, während sich andere in die Campstruktur einbrachten und zum Beispiel in der veganen „Küche für Alle“ mithalfen.

Wir genossen es, uns mit anderen Menschen auszutauschen und aus unserer Blase hinauszukommen. Während wir im Klimacamp eher auf Gleichgesinnte trafen, machten wir beim Trampen ganz andere Erfahrungen unterschiedlichster Art…

„Auf der Fahrt hat mich tatsächlich ein Herr mitgenommen, der bereits Kohlekraftwerke in Südafrika gebaut hat. „Irgendjemand muss es ja tun“ sagte er. War ein netter Kerl ansonsten. Hat uns sogar in seine Wohnung eingeladen…“

„Als wir an einer Tankstelle ausstiegen, hielt -nach zwei Stunden warten- eine riesige Luxuskarre an. Es saß ausgerechnet ein Filialleiter von Mercedes am Steuer. Auf die Frage meiner Freundin, ob er es in der heutigen Zeit vertreten könne, neue Dieselautos zu verkaufen, nuschelte er etwas. Am Ende seines Vortrags behauptete er, dass es tatsächlich Menschen gäbe, deren Traumberuf es sei, am Fließband zu stehen und Schrauben in Metall zu drehen. Und diese Jobs würde er nun einmal erhalten. Nur mit viel Mühe gelang es uns, nach einer solchen Aussage das menschliche in dieser Person wiederzuerkennen.“

„Die Sonne war schon fast untergegangen, meine Freundin fühlte sich verzweifelt und weinte. Wir wollten schon unser Zelt aufstellen, da kam eine ältere Frau auf uns zu, die uns mitfühlend beobachtet hatte. Sie fragte uns, wo wir denn hinwollten und schlug uns vor, uns direkt zum Klimacamp zu fahren, obwohl dies für sie einen Umweg bedeuten würde. Auf dem Weg sammelten wir ihren Mann ein und diskutierten in angenehmer Atmosphäre über die Klimaproblematik. Der generationsübergreifende Austausch war für beide Seiten eine Bereicherung. Dank des Gespräches wurde uns bewusst, dass es auch ältere Menschen gibt, die sich bei ihrer Berufswahl Gedanken um unsere Umwelt und eine kinderfreundliche Welt gemacht haben.“

Wenn ihr noch mehr über das Klimacamp erfahren möchtet, oder Lust habt einmal teilzunehmen, findet ihr hier ein paar Informationen: http://www.klimacamp-im-rheinland.de/

In der vierten Woche geht es dann weiter im Funkenhaus. Ob wir uns entspannen, an unserer gemeinsamen Ökonomie feilen oder was wir sonst erleben werden, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag.

Blog und Eintrag wurden mit ganz viel Liebe, Eifer, Geduld und vielleicht etwas (veganen) Süßigkeiten für dich erstellt!

Begleitende Motive

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