Der Text ist zusammengewürfelt aus alten und neuen Gedanken verschiedener Menschen und spiegelt nicht unbedingt die exakte Haltung aller Leute hier wider. Nicht alle Diskussionen sind zu Ende geführt und wir sind uns bewusst, dass wir auch nicht die Wahrheit gefunden haben. Bitte legt nicht jedes Wort auf die Goldwaage.

INFOS ZUM PROJEKT

Das Projekt ist öko-anarchistisch und (queer-)feministisch geprägt, außerdem kommen Menschen aus der Mitweltbildung, dem ökologischen Landbau, antifaschistischen Projekten, dem Anti-Braunkohle und Tierbefreiungs-Aktivismus, Besetzungen, therapeutischer- und Körperarbeit, etc.

Wir wollen eine Halbinsel für radikale Veränderung sein und als solche über Bildungsarbeit, Aktionen und Projekte aktiv kollektive und individuelle Transformationsprozesse voranbringen und einleiten. Wir wollen für Alle ein Leben ohne Kapitalismus, in dem Menschen freier von strukturellen und individuellen Zwängen (Institutionen, Sozialisierung, Isolation,…), ihre Gedanken denken, ihre Gefühle fühlen und die Art und Weise ihres Wirkens frei wählen können. Wir glauben nicht, dass wir genau wissen, wie die Welt (Utopie), in der dieses Leben stattfinden kann, aussehen wird. Wir sind aber bereit, immer wieder neu zu entdecken und zu hinterfragen, was dieses Leben, diese Welt sein könnte und was unsere Rolle auf dem Weg zu dieser Welt sein kann. Die innere Arbeit und Aktionen schätzen wir dabei beide als einander bedingende Möglichkeiten für politisches Wirken. Auf dem Weg dahin wollen wir keine neue Szeneidentität schaffen, die Menschen vorschreibt, wie sie zu sein haben.

So glauben wir zum Beispiel nicht, dass Hierarchien einfach verschwinden, weil wir formell keine eingehen, sondern denken, dass es wichtig ist über Gruppenprozesse und Herrschaftsüberwindung zu diskutieren und unser Handeln zu reflektieren und zu kritisieren.

Wir wollen eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, des Vertrauens und des Empowerments schaffen, in der wir kreativ neue Ansätze finden und liebevoll unsere Schwächen annehmen. In unseren zwischenmenschlichen Begegnungen setzen wir auf Bewusstsein, authentische Begegnung und Verletzlichkeit, mit dem, was gerade in uns lebt. Was gerade wichtig ist, soll bei uns Raum haben, ohne dass wir dabei unsere Ziele aus den Augen verlieren.

Es ist uns ein Anliegen, Menschen dazu zu ermächtigen, Hierarchien in ihrem persönlichen Alltag und auf struktureller Ebene, z.B. Abhängigkeit von Lohnarbeit und Mietverhältnissen, zu überwinden. Daher tun wir uns zusammen, veranstalten Seminare, Skillsharings und Reflexionsräume. Eine stärkere Auseinandersetzung mit Themen kollektiver Sicherheit und Verantwortungsübernahme (z.B. in Form gemeinsamer Ökonomien) ist für uns anstrebsam.

Gleichzeitig ist uns auch direkte Wirksamkeit wichtig, weshalb wir verschiedene politische Aktionen planen und verwirklichen, sowie Aktionen anderer solidarisch unterstützen.

Es reicht nicht, nur an unserer eigenen Befreiung zu arbeiten. Zum einen, weil so nur einige Privilegierte (deutscher Pass, weiß, akademischer Background etc.) die Möglichkeit haben, sich in Teilaspekten aus gesellschaftlichen und kapitalistischen Zwängen zu befreien. Zum anderen, weil wir daran glauben, dass auch Selbstbefreiung (R)Evolution braucht. Nur indem wir die Gesetze und Normen, die uns und andere am Freisein hindern, verändern, können wir uns befreien. Wir wollen nicht nur Strukturen gegen Konkurrenz und Repressionen aufbauen, sondern auch die Entfremdung und die Logik von Unterwerfung und Unterdrückung in und zwischen uns auflösen. Beziehungsarbeit sehen wir als politische Arbeit. Beziehungsarbeit und Arbeit an Gruppendynamiken sind die Grundlage von Vertrauen, welches wiederum die Grundlage von Solidarität bildet. Vertrauensvolle Beziehungen geben uns die Kraft, die wir brauchen, um diese Welt zu ändern. Außerdem sind sie unabdinglich, um uns gemeinsam zu organisieren und Konsensentscheidungen zu treffen.

BEGLEITMOTIVE

Das Funkenhaus ist drogenfrei, vegan und tauschlogikfrei. Es ist ein Versuch andere Selbstverständlichkeiten zu leben.

Drogenfrei:

Es geht dabei vor allem um einen gemeinsam getroffenen Konsens der Menschen vor Ort, welchen ein drogenfreier Raum aus ganz verschiedenen Gründen wichtig ist. (Kaffee, Tee, Kakao, Zucker oder Ähnliches zählen wir nicht dazu, Alkohol und Tabak schon) Einigen geht es um ein Gefühl der Sicherheit, welches durch Drogen in vielen Kontexten eingeschränkt werden kann. Andere möchten die Gewohnheit hinterfragen, Alkohol und andere Drogen in Gruppen zu konsumieren, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben, ob es allen Beteiligten damit gut geht oder ob alle wirklich Lust darauf haben. Für viele Menschen ist es auch eine bereichernde (Ausnahme-)Erfahrung sich mal in einem drogenfreien linken Raum aufzuhalten. Und wieder anderen geht es darum sich in einem Umfeld aufzuhalten, in dem es ihnen leichter Feld, gesund zu bleiben. Uns ist jedoch wichtig, dass Menschen mit Abhängigkeiten nicht ausgeschlossen werden, daher sind wir jederzeit offen dafür, gemeinsam Lösungen zu finden. Meldet Euch gerne diesbezüglich. Auch hier ist uns bewusst, dass es viele Diskussionen und Positionen zum Thema gibt und wir nicht für andere Räume sprechen wollen, was dort sinnvoll ist, sondern uns auf den Raum beziehen, der uns selbst betrifft. Genauso wenig wollen wir Dogmen für Menschen aufmachen, die hier leben oder aktiv sind. Was diese woanders machen, ist natürlich ihre Sache.

Vegan/freegan:

Mit dem passiven Widerstand gegen die „Nutztierindustrie“ möchten wir Strukturen, die auf Ausbeutung von Lebewesen beruhen, nicht weiter unterstützen sowie ein Zeichen für ein solidarischeres Miteinander setzen, in welchem menschlichen sowie nicht-menschlichen Tieren die gleichen Rechte zugesprochen werden. Veganismus verstehen wir als Weg hin zu einer gewaltlosen, hierarchiefreien Gesellschaft von morgen. Es gibt ebenfalls eine kleine freegane Küche, die aber eher am Rande manchmal von Einzelnen genutzt wird.

Tauschlogikfrei:

Wir möchten auf ökologischer Ebene Vorhandenes sinnvoll nutzen, Gebrauchsgegenstände teilen und somit finanziell keine weitere Nachfrage für ein sowieso schon übermäßiges Angebot generieren. Der nachhaltigste Konsum ist Nicht-Konsum. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Konsumverzicht auch keine Lösung des Kapitalismus bedeutet.

Auf solidarischer Ebene haben wir den Anspruch, dass Geld kein trennendes Mittel darstellen soll und uns nicht einteilen darf in Besitzende und Besitzlose. Damit die Möglichkeit für alle offen ist, an unseren Projekten, Seminaren und Aktionen mitzuwirken und teilzunehmen, gestalten wir sie tauschlogikfrei. Damit streben wir an, das Prinzip von Leistung und Gegenleistung zu überwinden, um Erfahrungen zu machen, dass wir mit einem leistungsfreien Selbstwert einfach so sein dürfen und daraus – wenn wir mögen – unser Potential entfalten und in die Gesellschaft aus intrinsischer Motivation einbringen dürfen.

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