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Tiefenökologie

Ein Auszug aus dem Kosmos in meinem Kopf.


Der Text heute ist vielleicht nicht so sachlich und vielleicht verstehst du auch nur halb was alles war in dieser Woche, aber weißt du, das ist mir egal. Ich nehme dich jetzt einfach mal mit in meinen Kopf.

Hallo neue Woche denke ich mir. Bin freudig und lache. Lache, weil ich lachen mag und ich glaub, ich kann das auch ganz gut. Also ich frage mich, was man daran nicht können könnte, aber ist ja auch egal. Zumindest kann ich irgendwas, denke ich mir. Jedenfalls habe ich eine Menge zu lachen diese Woche. Vielleicht, oder auch besonders, weil mir alles so absurd scheint auf dieser Welt und diese Welt in mir.

Bin traurig, weil ich mich alleine fühle, ich mich von Menschen löse und sich Menschen von mir lösen. Altes aufgebrochen wird und ich mich so fragil dazwischen stehen sehe. Spüre Angst und Trauer und kann es alles nicht greifen. Also entschließe ich mich, einfach mal was Neues zu probieren. Wenn ich jeden Tag nur im Hier und Jetzt bin und nicht über Vergangenheit und Zukunft nachdenke, habe ich ja praktisch zero Probleme, denke ich mir. Dieser These (deren vielleicht auch nur halben Sinnhaftigkeit ich mir von Anfang an bewusst bin!) widme ich mich also in der nächsten halben Woche, um festzustellen, dass es ziemlich gut funktioniert. Ich bin wirklich gut drauf. Na gut, sagen wir, wir könnten es auch als sehr gute Verdrängungsmethode betiteln, aber in meinen Augen hatte es doch weitaus mehr spirituelles. Vielleicht ein bisschen. Tun wir einfach so.

Nun ja. Neben diesen experimentellen emotionalen Gedanken widme ich mich natürlich auch mit größter Neugierde dem Thema unserer Woche: Tiefenökologie. Da ich in etwa genau so viel davon wusste, wie der Name verrät (Tiefe + Ökologie = ????), hatte ich Vorfreude, mir neues Wissen anzueignen. Natürlich nur zu Zwecken meines persönlichen, emotionalen und spirituellen Wachstums, um in Harmonie und Glück mit allen Lebewesen… du weißt schon. Well… und vielleicht ein bisschen, um es an passender Stelle miteinzubringen und zu zeigen, dass ich schon echt ALTERNATIV LEBE!

Ok. Also eigentlich habe ich mich echt darauf gefreut. Die beiden Referentis*, die für uns den Workshop gegeben haben, waren super lieb und schafften es tatsächlich, dass alle Utopis begeistert waren. Es ist nämlich so, dass wir da ein bisschen zwei Tendenzen in unserer Gruppe haben. Ganz prekär formuliert, auf der einen Seite, die, die sehr im Bereich emotionaler Arbeit sind und auf der anderen Seite die, die JETZT SOFORT DIE WELT RETTEN und in Macher*innen-Laune sind. Diese teilweise auseinanderdivergierenden Eisschollen sorgten schon des Öfteren für gewisse Spannungen in unserer Gruppe. Wie schön also, dass alle etwas für sich mitnehmen konnten aus dieser Woche. Während des Workshops gab es auch mehrere Phasen, in denen wir alleine oder in der Gruppe in den Wald gegangen sind, um in eine Verbindung mit der Natur und allen Organismen zu treten, wie es unser rationales Bewusstsein sonst nicht einfach zulässt. Ganz schön schwierig das in Worte zu fassen, was dabei jede*r für sich erlebt und gespürt hat. War aber richtig cool. Und ich glaube es tat unserer Gruppe auch richtig gut, nicht nur immer zu sitzen und zuzuhören, sondern auch selbst aktiv zu sein und so ein bisschen Abenteuer zu leben gemeinsam.

Ach ja, und das eigentlich aller großartigste dieser Woche. Die Überraschungsfeier meines 3. Vor-Geburtstags. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich -dezent ausgedrückt- meinen Geburtstag liiiiiiiiiiiiiiieeeeeebe. Aus Vorsichtsmaßnahmen habe ich das auch schon in etwa ab der 3. Woche, als wir uns alle erst kennenlernten, schon mal (hin und wieder, vielleicht auch öfter als hin und wieder) erwähnt, dass ich ja in der zweiten Funkenzeit Geburtstag habe und mit einem schelmisch-süßem Grinsen unterstrichen. Hihi. Trotz meiner Vorarbeit plagten mich schon beim Ankommen ins Funkenhaus Gedanken, wie ich denn meinen Geburtstag verbringen möchte. Da auch nicht ganz klar war, ob noch alle im Funkenhaus sein werden, hat das mein eh schon sehr schwerfälliges Entscheidungsorgan nicht unbedingt erleichtert. So wälzte ich mich also durch unterschiedliche Gedanken über meine Geburtstagstagplanung, die ich zumeist auch mit meiner Außenwelt teilte. Ach herrje – frauje mein ich!! (Scheiß Patriarchat!) – ich komme ganz vom Eigentlichen ab. Ich wollte ja von meiner 3. Vorgeburtstagsüberraschungsfeier erzählen. Diese trug sich nämlich 3 Tage vor meinem eigentlichen Geburtstag zu, der letzte Abend, an dem wir alle gemeinsam versammelt waren. Da schlug eine liebe Utopi am Abend vor, wir könnten doch noch gemeinsam spazieren gehen. Erst in völliger Motivation, die alsbald in Müdigkeit und der fast-Entscheidung nicht mehr mit zu spazieren überging, um dann doch noch von den anderen Utopis überzeugt zu werden, mitzukommen, sind wir dann noch alle gemeinsam zur Burg spaziert. Plötzlich stehe ich vor einer singenden Meute Utopis in einem Meer aus Kerzen überall. Ich stehe verdutzt da, zeige verwirrt auf mich, um in ein unsicheres und gleichzeitig überrascht- und total-berührtes Lachen auszubrechen. Wie krass sind denn die Utopis. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Wie viel Liebe und Ideen und Vorbereitung sie hineingesteckt hatten, sogar selbst gemachten Kinderpunsch und Plätzchen gab es! Ich war so gerührt. Und so glücklich über diese Geste. Und dann war ich auch durcheinander von meiner Gefühlswelt. Besonders weil ich den ganzen Tag über in trüben Gedanken über meine Angst vor dem Alleinsein und der Unverbundenheit hing und dann plötzlich sowas. Hach ja. Wir verbrachten noch einen wundervollen Vorgeburtstagsabend gemeinsam mit Singen und Kindergeburtstagsspielen.

Nun sitze ich hier und ziehe morgen wieder los in die zweite Unterwegszeit. Ich spüre dieses Ziehen, diesen Drang unterwegs zu sein in meiner pochenden Brust und die Vorfreude dem nachzugehen. Gleichzeitig habe ich mich hier wirklich wohl gefühlt und der Teil in mir, der sich ein Zuhause wünscht, durfte ein bisschen genährt werden. Ich bin dankbar für all die Menschen, die in mein Leben gekommen sind, seit dem Lebe-Deine-Utopie-Jahr und spüre Glück für all das. Wie krass sich mein Leben geändert hat seitdem. Ich bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt.

Liebe & eine Umarmung an euch da draußen!

Blog und Eintrag wurden mit ganz viel Liebe, Eifer, Geduld und überhaupt keinen Süßigkeiten (alle weg!! 🙁 ) für dich erstellt!

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